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St. Mauritius...

St. Mauritius - der Kirchenpatron

Die Jochsberger Kirche trägt den Namen des Mauritius. Überraschenderweise ist dies kein Name biblischer Gestalten oder eines bekannten Heiligen. Was wissen wir von diesem Kirchenpatron?

Es war in den Tagen der härtesten Auseinandersetzung zwischen dem alten römischen Heidentum, das den Staat retten wollte, und der jungen christlichen Kirche. Der römische Kaiser Maximianus war im Herbst des Jahres 286 n. Chr. mit mehreren römischen Legionen über den schwierigen Pass des Großen St. Bernhard (Schweiz) gestiegen, um die Straße nach Gallien (Frankreich) zu gewinnen. Er wollte dort einen aufständischen Stamm niederwerfen und zugleich dessen christlichen Glauben austilgen. Die Nachhut seines Heeres bildete die 22. Legion unter dem Obersten Mauritius, die man nach ihrer Heimat Thebae die ",thebaeische Legion" nannte und die ob ihrer Waffentaten im ganzen Heer berühmt waren. (Anm.: Mauritius war von schwarzer Hautfarbe.)

Nach glücklich vollbrachtem Übergang ließ der Kaiser seine Truppen Lager beziehen, um ihnen nach dem beschwerlichen Marsch einen Ruhetag zu gönnen. Zugleich sollte durch ein allgemeines und feierliches Opfer von den heidnischen Göttern Waffenglück für den Feldzug erfleht werden. Die Männer der 22. Legion waren aber nicht nur tapfere Soldaten, sondern auch Christen. Als sie vom bevorstehenden Opferfest erfuhren, marschierten sie noch drei Stunden weiter am Hauptlager vorbei. Sie bezogen eigene Quartiere, weil sie nicht gewillt waren, am heidnischen Opfer teilzunehmen. Maximianus war empört über die Eigenmächtigkeit der Truppe und befahl ihr, unverzüglich zurück zu marschieren. Als sie dem Befehl nicht nachkam, verhängte er die furchtbare Strafe, die man von alters her gegen meuternde Truppen anzuwenden pflegte: jeder zehnte Mann wurde niedergehauen. Die Strafe hatte aber nicht die erhoffte Wirkung, denn die Überlebenden weigerten sich standhaft, am Opferfest teilzunehmen und bei der geplanten Ausrottung des christlichen Glaubens unter jenem gallischen Stamme mitzuwirken.

Noch einmal wurde die Legion dezimiert, aber die Thebaer blieben standhaft. Sie schickten eine Abordnung an Maximianus und versicherten ihn aller Treue, auf die ein Kaiser Anrecht habe. Aber sie weigerten sich entschieden, ihren König Christus zu verleugnen. Der Kaiser gab sich alle Mühe, um die Legion von ihrem Standpunkt abzubringen. Als er ihren unbeirrbaren Willen erkennen musste, ergrimmte er dermaßen, dass er seine Truppen zusammenzog, um die ganze thebaeische Legion zu vernichten. Auch die Fürsprache anderer hoher Offiziere konnt den Kaiser nicht umstimmen. Die noch übrigen Legionäre boten sich wehrlos dem Tode dar, und die Erde des Walliser Landes färbte sich rot vom Blut der Märtyrer. Auch die Vorausabteilungen der Legion, die bereits in rheinischen Städten Quartier genommen hatten, zeigten nach Auffindung sich ihrer Brüder würdig.

Soweit der Bericht von Oberst Mauritius von der 22. römischen Legion, seinem Märtyrertod und dem seiner Kameraden. Diese Begebenheit des Obersten Mauritius (auch Moritz genannt) und seiner Kameraden ist ein ergreifendes Bild christlichen Bekennermutes. So kann uns der Name von St. Mauritius Aufschluss über deren Haltung geben.

Sandsteinskulptur des heiligen Mauritius im Dom von Magdeburg
Magdeburg - Dom: Sandsteinplastik des hl. Mauritius um 1240

 

 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am 16.06.2001, 20:54 Uhr
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